Als Ende Oktober 2008 der Flughafen endgültig geschlossen wurde, ging ein Stück Ur-Berliner Geschichte zuende. Das weltberühmte Gebäude, von Hitlers Architekten Albert Speer als Teil seines größenwahnsinnigen Projekts der Reichshauptstadt "Germania" entworfen, war nie vollkommen fertiggestellt worden und hat auch seinen Betrieb in der ursprünglich geplanten Form niemals wirklich aufgenommen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand der Flughafen während des kalten Krieges des öfteren im Blickpunkt des Interesses. So diente er 1948-49 während der Blockade der Berliner Westsektoren durch die Sowjets als Drehscheibe für die Versorgungsflüge der Amerikaner. Im Laufe der Jahre baute die US-Armee den gigantischen Gebäudekomplex zudem zu einem wichtigen Militärstützpunkt im Westteil Berlins aus, um den sich zahlreiche Legenden über geheime Bunker und weitere Anlagen unterhalb des Geländes rankten. Auch die (West-)Berliner Polizei richtete sich hier ein.
Neben der militärischen Nutzung war der Flughafen jedoch auch stets für den zivilen Flugverkehr geöffnet. Zwar wurde seit Beginn der Siebziger Jahre ein Großteil des Flugbetriebs über den deutlich größeren Flughafen Tegel abgewickelt, doch zahlreiche innereuropäische Verbindungen wurden - zumeist mit kleineren Flugzeugen - von Tempelhof aus weiter bedient.
Nach dem Abzug der Alliierten aus Deutschland verlor der Flughafen schnell an Bedeutung. Er blieb zwar in Betrieb, doch spätestens nach der Entscheidung für den Ausbau von Schönefeld zum neuen Großflughafen BBI waren seine Tage gezählt. Als am 30.10.2008 zum letzten Mal ein Flugzeug aus Tempelhof abhob und danach die Lichter der Startbahnen für immer abgeschaltet wurden, konnte sich so mancher Fan eine Träne nicht verkneifen.
Doch auch nach der Schließung sind - zumindest in geringem Umfang - Teile des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplexes weiter in Betrieb. So fand im Jahr 2009 die Modemesse "Bread & Butter" hier statt, und einige Räumlichkeiten wurden an private Firmen vermietet. Auch die Berliner Polizei nutzt weiterhin das Gelände.
Das Areal wird derzeit von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BiM) verwaltet, die mir im April 2010 gestattet hat, im Inneren des Gebäudes zu fotografieren. Dabei traf ich nicht nur auf zahlreiche Spuren der früheren Nutzung - unter anderem eine Abhörzentrale der Amerikaner - sondern durfte mich auch in der leerstehenden Haupthalle sowie dem angrenzenden ehemaligen Sicherheitsbereich umsehen. Für die Fotoerlaubnis bedanke ich mich an dieser Stelle sehr!