Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Lungentuberkulose eine weit verbreitete Volkskrankheit. Um die schlechten Heilchancen zu verbessern, entstanden so genannte Heilstätten, in denen Erkrankte mit für damalige Zeiten modernen Methoden der Medizin behandelt wurden. Zu den bekanntesten Heilstätten gehörte neben Beelitz auch der Komplex am Grabowsee nördlich von Berlin. Auch diese Anlage wurde nach dem zweiten Weltkrieg von der sowjetischen Armee verwaltet und steht seit deren Abzug 1994 leer. Neben einer ausgebrannten kleinen Kirche am Ufer des Sees ist besonders der aus roten Ziegelsteinen errichtete ehemalige Heizturm besonders beeindruckend. Mit seiner Größe überragt er nicht nur alle anderen Gebäude des Areals, sondern dient auch schon von weitem als Erkennungsmerkmal des nur über eine schmale, kaum befestigte Straße zu erreichenden Geländes.
Unmittelbar an das eigentliche Krankenhaus-Gelände grenzt ein ebenfalls verlassenes Militärgelände. Die halbzerfallenen Geräte- und Fahrzeugschuppen dienen heute Paintball- und Softairspielern als Kulisse und Trainingsgelände.
Leider schreitet auch in Grabowsee der Verfall voran, doch auf dem riesigen, idyllisch gelegenen Areal finden sich immer noch zahlreiche Spuren aus der glanzvollen Zeit der Klinik.
Die Fotos entstanden im Jahre 2010, aufgenommen mit einer Nikon D700.